Wühlmausvergrämung
Wühlmäuse zu vertreiben bedeutet, ihren Lebensraum so unattraktiv zu gestalten, dass sie Gärten, Beete und Obstflächen freiwillig meiden. Eine wirksame Strategie kombiniert Reizwechsel, saubere Flächenführung und gezielte Eingriffe entlang aktiver Gänge. So sinkt der Druck dauerhaft, ohne die Bodenökologie unnötig zu belasten.
Wühlmäuse vertreiben – Ziel und Vorgehen
Der Fokus liegt auf Verhaltensänderung statt Bestandreduzierung: Laufwege unterbrechen, Ruheplätze stören und attraktive Fressstellen entschärfen. Reize müssen dort wirken, wo die Tiere tatsächlich aktiv sind – an Haupt- und Verbindungsgängen sowie an Wurzelbereichen besonders beliebter Pflanzen.
Aktivität sicher erkennen
Frische, flache Erdhaufen mit seitlichem Auswurf und rasch verschlossene Öffnungen sprechen für Wühlmäuse. Eine Verwühlprobe (Gang öffnen, nach einigen Stunden auf Wiederverfüllung prüfen) zeigt, ob der Abschnitt genutzt wird – nur aktive Stellen bearbeiten. Wichtig: Maulwürfe sind geschützt und erzeugen zentral aufgeworfene, kegelige Haufen.
Geruchs- und Geschmacksbarrieren
Zugelassene Repellent-Anwendungen entlang aktiver Gänge und um empfindliche Wurzelbereiche setzen einen unangenehmen Duft- bzw. Geschmacksreiz. Behandlungen licht- und luftdicht abdecken (z. B. mit Erde), damit der Reiz im Gangsystem bleibt, und in Intervallen erneuern – besonders nach Regen und intensiver Bewässerung.
Vibration, Geräusch & Reizwechsel
Mechanische oder bodennahe Vibrationen können Ruhe- und Fraßzonen stören. Entscheidend ist der Wechsel: Standorte variieren, Intensität anpassen und Reize nicht dauerhaft am selben Punkt belassen, um Gewöhnung zu vermeiden. Nur aktive Gänge bespielen – breit verteilte, schwache Reize sind oft wirkungslos.
Lebensraum unattraktiv machen
Ränder kurz halten, dichte Bodenauflagen (Laub, Mulch) in unmittelbarer Beetnähe reduzieren und Fallobst entfernen. Drahtpflanzkörbe bei Neupflanzungen, kiesige Randzonen und klare Wegeübergänge erschweren das Anlegen neuer Gänge. Kulturführung so wählen, dass besonders gefährdete Jungpflanzen geschützt stehen.
Kombination mit mechanischen Maßnahmen
Wo Vergrämung allein nicht ausreicht, lassen sich Fallen in aktiven Hauptgängen ergänzen. Platzierung erst nach gesicherter Aktivitätsprüfung; lichtdicht abdecken und täglich kontrollieren. Rechtliche Vorgaben beachten, Nicht-Zieltiere konsequent schützen.
Sicherheit und Tierschutz
Niemals in geschützte Arten eingreifen; vor jeder Maßnahme Haufenform und Gangverhalten prüfen. Anwendungen stets nach Etikett, Handschuhe tragen und Manipulationen am Gangsystem auf das notwendige Maß begrenzen.
Erfolgskontrolle & Nachsteuerung
Neue Haufen kartieren, Verwühlproben wiederholen und Reize nach einigen Tagen versetzen. Ziel ist eine stetige Abnahme frischer Aktivität – bleibt sie aus, Setup und Platzierungen systematisch anpassen.