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Baummarder - Martes martes

 
BaummarderPhoto by Dani Kropivnik, CC BY-SA 3.0
Baummarder

Der Baummarder ist ein sehr guter Baumkletterer, der an den Lebensraum Wald gebunden ist. Allerdings weichen bei hohen Populationsdichten revierlose Tiere auf suboptimale Bereiche (z.B. Gehölzinseln in der Kulturlandschaft) aus, d.h. der Baummarder zeigt durchaus eine flexible Lebensraumnutzung.

Kennzeichen

  • Geschmeidiger, schlanker Körper
  • Gewicht: 850 – 1900 g
  • Kopf-Rumpflänge: 41 – 52 cm; Schwanzlänge ca. 20 -30 cm
  • kastanienbraunes, seidiges Fell, im Winterpelz stark behaarte Sohlen, so dass sich ballen nicht eindeutig in der Spur abzeichnen (Steinmarder immer deutliche Ballenabdrücke)
  • An der Kehle und Brust gegabelter dottergelber bis rötlich-gelber Fleck; dunkler Nasenspiegel

Verbreitung und Stellung im zoologischen System

  • Das Verbreitungsgebiet des Baummarders erstreckt sich von Westeuropa, inklusive den britischen Inseln bis nach Westsibirien. Sein Siedlungsgebiet schließt auch Italien, Kleinasien und Nordgriechenland ein. Im Gebirge erstreckt sich der Lebensraum bis zur Baumgrenze.

Lebensraum

  • stark an den Wald gebunden und selten im Offenland anzutreffen; verschiedenste Waldtypen werden bewohnt: Nadelwälder ebenso wie Laub- und Mischwälder
  • wobei sich ein Mosaik von Altholzbeständen und Dickungen positiv auf die Besiedlung auswirkt
  • Alte Bäume mit Höhlen sind ein bevorzugtes Lebensraumelement, da diese gerne als Unterschlupf genutzt werden.

Nahrung

  • Allesfresser, auch Säugetiere: Mäuse, Eichhörnchen, Schneehase, Aas
  • Vögel und deren Gelege (Spechte, Waldhühner)
  • Insekten und Früchte (v.a. Waldbeeren)

Sinnesleistung und Lautäußerung

  • Sehr gut entwickelte Sinne, vor allem Geruchssinn
  • Drohverhalten gegenüber Feinden: Katzenbuckel und Fauchen
  • Bei starker Bedrohung: Scharren mit den Hinterläufen und Schwanzschlagen

Fortpflanzung

  • Geschlechtsreife mit ca. 14-15 Monaten erreicht
  • Ranzzeit von Ende Juni bis Mitte August; Die Paarung dauert bis zu 50 Minuten, wobei es teilweise bis zu 18 Deckakten kommt. Während der Paarung verbeißt sich der Rüde im Nacken der Fähe.
  • verlängerte Tragzeit von 249 – 286 Tagen (relativ lange Keimruhe!)
  • durchschnittlich werden 3 Junge geboren, in Ausnahmen auch 5 Jungtiere

Lebensweise und Lebenserwartung

  • Baummarder sind Einzelgänger; ansonsten hält die Mutter mit ihren Jungtieren ein Revier, Jungtiere werden im Herbst selbständig und müssen das mütterliche Territorium verlassen
  • überwiegend nachtaktiv
 

Dachs - Meles meles

 
DachsPhoto by BadgerHero, CC BY-SA 3.0
Dachs

Die größte Marderart Mitteleuropas war in früheren Jahrhunderten eine begehrte Jagdbeute, ließ sich doch aus seinem Fett ein Mittel gegen Rheuma herstellen, sein Fleisch gut als Braten verwenden und die Haare - der sog. Dachszupf - ergaben feine Rasierpinsel. Der Dachsbart wurde auch als Hutschmuck getragen.

Kennzeichen

  • Markante schwarz-weiße längsgestreifte Färbung am Kopf
  • Kompakter, gedrungener Körper mit kurzen, schwarzen Beinen
  • langgezogener Kopf und Schnauze
  • Kräftige Pfoten mit langen Krallen zum Graben
  • Das Fell ist am Rücken schmutzbraun bis silbergrau und am Bauch hell.
  • Das Gewicht beträgt im Durchschnitt 7 bis 15 kg
  • Eine äußerliche, optische Geschlechtsbestimmung zwischen Männchen und Weibchen ist schwierig, das Weibchen ist aber meist schlanker mit einem schmaleren, oben abgeflachten Schädel
  • Die Lebenserwartung liegt bei maximal 15 Jahren, die mittlere Lebenserwartung liegt aber bei nur 4 Jahren

Verbreitung und Stellung im zoologischen System

  • Der Dachs kommt in weiten Teilen Eurasiens vor, dabei erstreckt sich sein Gebiet von den Britischen Inseln, Südwesteuropa bis hin zum Kaukasusvorland in Westasien, er kommt nicht in nordskandinavischen Regionen vor.
  • Der Dachs zählt zu den marderartigen Raubtieren, dabei wird er in die Ordnung der Raubtiere (Carnivora) und die Familie der Marder (Mustelidae) eingeordnet.

Lebensraum

  • Der Dachs bevorzugt die Laub- und Mischwälder des Flachlandes und der Mittelgebirge mit einer starken Strauchschicht, dabei besiedelt er gerne hügelige, reich strukturierte Landschaften mit Wäldern, Gehölzen und Hecken.
  • Er benötigt lockere Böden oder zerklüftete Gebiete, um seine Baue anzulegen
  • Auch den suburbanen und urbanen Raum besiedelt der Dachs immer häufiger
  • Die Grenze der Höhenverbreitung liegt meist zwischen 1200-1700 m, oberhalb dieser Grenze kann sich der Dachs aufgrund der Schneelage nicht mehr halten
  • der Dachs gilt als standorttreues Tier, zur Nahrungssuche werden auch offene, landwirtschaftlich genutzte Gebiete aufgesucht, diese können auch mehrere hunderte Meter vom Bau entfernt sein
  • Gerne sucht er dabei auch Grünlandflächen mit hoher Regenwurmdichte auf
  • Der Dachs legt eine Dachsburg an, diese besteht aus einem weit verzweigten Bausystem bis zu 30 m Durchmesser meist an Waldrändern mit umliegenden Feldern und Wiesen. Als Untermieter wird oft der Fuchs aufgenommen, aber Dachse können auch Baue von Füchsen zu Dachsburgen umfunktionieren.

Nahrung

  • Allesfresser mit Grundnahrung Regenwürmer, Insekten, kleine Wirbeltiere, gelegentlich auch Bodengelege oder Junghasen, Aas, Wurzeln und Früchte sowie Fallobst, Mais oder Hafer, Beeren, Pilze und Eicheln
  • Kleintiere wie Insekten, Mäuse, Würmer und Schnecken werden mit den langen Krallen und der trichterförmigen Nase aus dem Boden gegraben. Der Dachs jagt wenig aktiv, sondern sammelt alles auf, was auf dem Waldboden liegt und genießbar ist, er legt dabei aber keine Nahrungsvorräte an
  • Bis zum Herbst hat er sich eine Winterreserve angefressen, da er eine Winterruhe hält. Während dieser Zeit verlässt er hin und wieder den Bau, um sein Dachsklosett, eine kleine Grube abseits des Baus, zu benutzen.

Sinnesleistung und Lautäußerung

  • Der Dachs ist überwiegend nachtaktiv und hat einen ausgeprägten Geruchssinn
  • Gehör und Sehvermögen sind mäßig ausgebildet.
  • Verständigung: Der Dachs brummt, sobald er sich bedroht fühlt. Der Ruf während der Paarungszeit, der Ranz, ähnelt einem menschlichen Schrei.

Fortpflanzung und Lebensweise

  • Dachse sind gesellige Tiere, sie leben in sogenannten Clans zusammen
  • Oft leben sie in einer lebenslangen Dauerehe
  • Die Geschlechtsreife wird bei den Weibchen im 2., bei den Männchen im 3. Lebensjahr erreicht
  • Grundsätzlich ist eine Paarung von Januar bis Oktober möglich, die Hauptpaarungszeiten liegen im Februar bis März und Juli bis August
  • Der Eisprung wird durch die Paarung ausgelöst
  • Die Tragzeit entspricht 45 Tage, beim Dachs kann es aufgrund von Eiruhe zu einer verlängerten Tragezeit von 5 bis 12 Monaten kommen
  • Ende Februar bis Anfang April werden 2 bis 5 Junge (Welpen) in einem ausgepolsterten Nest im Bau geboren
  • Junge besitzen ein wolliges, rein weißes Fell und öffnen nach 3-4 Wochen die Augen.
  • Die Säugezeit beträgt etwa 2-4 Monate
  • Mit 6 bis 8 Wochen verlassen die Jungtiere erstmalig den Bau. Die selbständigen Dachse überwintern mit dem Familienverband im Mutterbau, erst im darauffolgenden Jahr löst sich der Verband auf.
 

Eichhörnchen - Sciurus vulgaris

 

Aussehen und Merkmale

Eichhörnchen

Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) gehört zur Familie der Hörnchen und erreicht eine Länge von 20 bis 25 Zentimetern, während das Gewicht des Tieres in der Regel zwischen 200 und 400 Gramm beträgt. Der Nager wird in freier Wildbahn etwa drei Jahre alt. In Gefangenschaft kann er auch ein Alter von bis zu 10 Jahren erreichen. Sein Fell kann eine Färbung von hellem Fuchsrot bis hin zu tiefem Schwarz annehmen.

Sein besonderes Merkmal, der buschige Schwanz, den der Nager zur Balance und zur Kommunikation benutzt, wird bis zu 20 Zentimeter lang. Mit etwa einem Jahr wird das Eichhörnchen geschlechtsreif. Weibchen können dann drei bis sieben Junge zur Welt bringen. Die Betreuung der Kleinen findet als sogenannte Brutpflege statt.

Verhalten und Nahrung

Zur Nahrung eines Eichhörnchens gehören vor allem Samen und Früchte. Aber auch Blüten, Kastanien, Nüsse, Pilze und tierische Kost, wie zum Beispiel Jungvögel, stehen auf seinem Speiseplan - es gilt als Allesfresser. In der Regel sind die Tiere Einzelgänger, da sie zur Nahrungsbeschaffung ein großes Gebiet benötigen und andere Eichhörnchen als Konkurrenz betrachten. Sie leben vor allem in Misch- und Nadelwäldern, sind aber auch häufig in begrünten Siedlungen und in Gärten zu sehen.

Besonderheiten

Ein Merkmal des Eichhörnchens ist seine Eigenschaft, vor dem Winter viele Depots mit Nahrungsvorräten anzulegen. Anders als andere Nager, die sich häufig Winterspeck anfressen, müssen die Eichhörnchen im Winter ein- bis zweistündige Aktivitätsphase nutzen, um Nahrung aus einem der Depots zu holen. Von Frühling bis Herbst sind Eichhörnchen vor allem von Sonnenaufgang bis mittags und zwischen 16 bis 21 Uhr aktiv.

Im Herbst und Winter sieht man sie meistens zwischen 7 Uhr und 11 Uhr. Eine weitere Auffälligkeit auf dem Eichhörnchen-Steckbrief ist der ausgedehnte Mittagsschlaf, den das Hörnchen auch im Sommer jeden Tag hält.

 

Marderhund - Nyctereutes procyonoides

 
Marderhund

Der Marderhund ist ursprünglich in Europa nicht heimisch und damit ein Vertreter der Neozoen. Durch seine enorme Anpassungsfähigkeit kann er sich die verschiedensten Lebensräume in relativ kurzer Zeit erschließen. Der Mangel an natürlichen Feinden und sein hohes Fortpflanzungspotenzial begünstigte die Besiedlung weiter Teile Nord-, Ost- und Mitteleuropas in wenigen Jahrzehnten. Die Expansion des Marderhundes dauert immer noch an.

Kennzeichen

  • Fuchsgroßer Hundeartiger mit einem rot- bis schwarzbraunen Fell mit dichter Unterwolle und langen Grannenhaaren und einer dem Waschbär ähnlichen Gesichtsmaske mit Backenbart.
  • Männliche und weibliche Tiere äußerlich nicht unterscheidbar.
  • Durchschnittsgewicht: 5- 8 kg, im Herbst bis zu 12 kg (Zunahme von Körperfettdepots im Herbst!)

Verbreitung

Der Marderhund wurde zur Bereicherung der Pelztierfauna von 1929 bis 1945 im europäischen Teil der ehemaligen Sowjetunion angesiedelt, am erfolgreichsten in der Ukraine. Insgesamt wurden 9100 Tiere in die freie Wildbahn entlassen.

Lebensraum

  • Ursprüngliches Siedlungsgebiet in Teilen Südostasiens und Fernost-Russland: gewässerdominierte Landschaften bevorzugt, Meidung von Hochgebirgen und Wüsten
  • Ansiedlungs- und Ausbreitungsgebiete: Kulturlandschaften, Wälder, Bevorzugung gewässerreicher Habitate, nicht über 500 m NN

Nahrung

  • Allesfresser mit einem ganzjährig hohen Anteil an pflanzlicher Kost; auch Aas wird nicht verschmäht
  • Hauptnahrungskomponenten: Kleinsäuger, Vögel, Amphibien, Insekten, Pflanzen (z.B. Mais, Obst)
  • Nahrungsstrategie: mehr Sammler als aktiver Jäger (ähnlich dem Dachs)
  • Der Marderhund frisst sich vor allem im Spätsommer/Herbst große Fettreserven an und muss daher während seiner Winterruhe (in Mitteleuropa: Mitte November bis Ende Januar) kaum auf Nahrungssuche gehen.
  • Winterruhe: Eingeschränkte Aktivitätsphase, Verhaltensweise vergleichbar mit Dachs

Sinnesleistung und Lautäußerung

  • Gehör- und Geruchssinn wie bei Hundeartigen allgemein gut entwickelt, Sehsinn mäßig
  • Lautäußerung: heißeres Kläffen (meist zur Ranzzeit), Winseln (Betteln der Jungtiere), Knurrlaut als Warnlaut bei Gefahr

Fortpflanzung

  • Marderhunde leben monogam und ziehen gemeinsam das Geheck auf.
  • Paarungszeit (=Ranz): Ende Januar/Februar
  • Nach einer Tragzeit von ca. 60 Tagen werden Ende März/Anfang April 7- 9 blinde, wollig behaarte Welpen geboren.
  • Arbeitsteilung bei der Aufzucht: während Fähe nach Nahrung sucht, bleibt Rüde bei den Welpen, während der ersten Wochen bewacht der Rüde überwiegend das Geheck und nimmt kaum Nahrung auf; feste Nahrung wird nach etwa 3 Wochen abwechselnd von beiden Elterntieren zugetragen.
  • Im September, spätestens im Oktober wandern die Jungtiere ab, die mit ca. 10 Monaten geschlechtsreif sind.

Lebensweise und Lebenserwartung

  • Überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, während der Aufzuchtsphase auch tagaktiv.
  • Marderhunde sind sehr heimlich lebende Tiere.
  • Zur Jungenaufzucht und zur Überwinterung werden bevorzugt alte Dachsbaue genutzt; der Marderhund zieht seine Jungen aber auch in anderen geschützten Verstecken z.B. umgestürzte Wurzelteller, Schilfnester etc. auf.
  • Die Größe der Streifgebiete wird sowohl vom Nahrungsangebot als auch von der Jahreszeit beeinflusst. Die kleinsten Streifgebiete während des Winters, die größten Streifgebiete im Herbst. Jahresstreifgebiete: strukturreiche Landschaft in Brandenburg 1,83 km² ±1,54, großflächiges Ackerbaugebiet in Mecklenburg-Vorpommern 3,82 km² ± 2,97.
  • Natürliche Feinde im Ursprungsgebiet Fernostrusslands: Großkatzen (Tiger, Leopard,Luchs), Wolf, Greifvögel (v.a. für Jungtiere)
  • Mortalitätsfaktoren: Krankheiten wie Tollwut, Staupe o.ä., Räude, Straßenverkehr, Jagd
  • Lebenserwartung: in freier Wildbahn durchschn. 7-8 Jahre, Höchstalter in zoologischen Gärten 11 Jahre

Besonderheit

Wenn Marderhunde nicht in einen Bau flüchten oder sich verstecken können, zeigen sie einen Totstellreflex: mit geöffneten Augen bleiben sie starr liegen. Dieses Verhalten könnte eine Schutzwirkung gegenüber den vor allem auf Bewegung reagierenden großen Katzen im ursprünglichen Verbreitungsgebiet sein.

 

Maulwurf - Talpa europaea

 

Merkmale

  • weiches Fell
  • Fellfärbung üblicherweise grau, kann jedoch von weißgrau über bräunlich bis schwarz variieren
  • Kopfrumpflänge: 10 bis 17 cm
  • Schwanzlänge: 2 bis 4,5 cm
  • Gewicht: zwischen 60 und 120 g

Lebensraum

Sein Lebensraum sind nicht zu trockene Böden in Wiesen, Wäldern und auch im Kulturland.

Grabetätigkeit und Gangsysteme

  • gräbt ein unterirdisches Gangsystem, dessen Tunnel sich sowohl knapp unter der Erdoberfläche als auch bis zu einer Tiefe von 1 Meter erstrecken können
  • Das an die Oberfläche geschobene Aushubmaterial bildet die charakteristischen Maulwurfshügel
  • Durchläuft die Gänge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 67 Meter pro Minute (4 Kilometer pro Stunde)
  • Die Nahrungsgänge liegen nicht tiefer als 10 bis 20 cm, im Winter (vor allem bei Frost) und bei großer Trockenheit im Sommer tiefer: bis zu 50 bis 60 cm
  • Baut eine Nestkammer, die tiefer als die Nahrungsgänge liegt

Aktivitätszeiten und Sozialverhalten

  • Kein ausgeprägter Tag-Nacht-Rhythmus
  • Drei Wach- und Schlafphasen
  • Wachphasen meist vormittags, nachmittags und gegen Mitternacht mit einer Dauer von jeweils etwa 4 bis 5 Stunden
  • Hält keinen Winterschlaf
  • Einzelgänger
  • Durchschnittlich 2000 Quadratmeter großes Revier
  • Nur in der Paarungszeit im Frühling erweitern die Männchen ihre Reviere beträchtlich, sodass es sich mit dem der Weibchen in der Umgebung überlappt

Ernährung

Maulwürfe leben ausschließlich von tierischer Nahrung, vor allem von Regenwürmern und Insekten (wie Käfern und Zweiflüglern) sowie deren Larven. In geringem Ausmaß verzehren sie auch kleine Wirbeltiere wie Echsen und Nagetiere. Vor allem vor den Wintermonaten lagern sie Regenwürmer in ihren Nestern. Dabei beißen sie ihnen die vorderen Körpersegmente ab, damit sie nicht fliehen können, aber am Leben bleiben. Diese Tiere haben eine hohe Stoffwechselrate und müssen täglich sehr viel Nahrung zu sich nehmen. Längere Nahrungspausen (über 12 bis 24 Stunden ohne Nahrung) überleben sie meist nicht. Die täglich konsumierte Nahrung umfasst dabei nahezu die Hälfte des eigenen Gewichts (5 bis 50 Gramm mit einem Mittel von 20 Gramm. Pro Jahr verzehrt ein 100 Gramm schwerer Maulwurf 20 bis 30 Kilogramm Würmer und Insekten.

Fortpflanzung

  • Paarungszeit im Frühling (meist in die Monate März bis April)
  • Sehr selten kommt es zu zwei Würfen im Jahr
  • Vierwöchige Tragzeit
  • In der Zeit von Ende April bis Anfang Juni zwei bis sieben (durchschnittlich drei bis vier) Jungtiere

Bedrohungen und Lebenserwartung

Das Höchstalter wird meist mit drei bis vier, maximal fünf Jahren angegeben.

 

Rotfuchs - Vulpes vulpes

 

Der Rotfuchs ist dank seiner Anpassungsfähigkeit eines der erfolgreichsten Raubtiere der Erde. Er findet in nahezu allen Lebensräumen Nahrung für sich und seine Jungen. Auch an den Menschen hat er sich im Laufe der Jahrhunderte hervorragend angepasst und ist ihm bis in die Großstädte gefolgt. Doch sein Image ist nicht das beste: Der Rotfuchs ist verrufen als Krankheitsüberträger und überhungriger Räuber.

Verbreitung und Erscheinungsbild

Rotfüchse haben fast alle Lebensräume der nördlichen Erdhalbkugel besiedelt. Sie können sowohl in den trockenen Regionen der arabischen Halbinsel, als auch nördlich des Polarkreises überleben. Ihr hauptsächlcihes Verbreitungsgebiet sind die Wälder und Kulturlandschaften der gemäßigten Breiten.

Je nach Lebensraum variiert ihre Körperfarbe und -größe. Mit einer Schulterhöhe von etwa 40 Zentimetern und einer Länge bis zu 1,20 Metern (mit Schwanz) werden sie nicht sehr groß. Mit einer Schulterhöhe von etwa 40 Zentimeter und einer Länge bis zu 1,20 Meter (mit Schwanz) werden sie nicht sehr groß. Ein stattlicher Kater kann in etwa dieselben Maße erreichen. Zudem sind Rotfüchse schlank und leicht. Das durchschnittliche Körpergewicht liegt zwischen 5,5 und 7,5 Kilogramm. Zum Vergleich: Ein Haushund von gleicher Größe wiegt etwa das Doppelte.

Je nördlicher die Tiere leben, desto kleiner sind ihre Ohren und desto dichter wird ihr rötliches Fell. Die Füchse verbrauchen dadurch weniger Energie. Dichteres Fell hält sie länger warm, kleinere Ohren müssen nicht so stark durchblutet werden. Rotfüchse, die südlicher leben, passen sich farblich ihrer Umgebung an. Sie sind eher sandfarben als orange-rot.

Lebensweise

Lange Zeit nahmen Wissenschaftler an, dass Füchse Einzelgänger seien. Diese These ist mittlerweile widerlegt. Im Gegensatz zu anderen Caniden-Arten sind sie zwar oft allein auf Nahrungssuche, leben aber in einem sozialen Familienverbund. Rotfüchse pflegen eine monogame Paarbeziehung. Fuchs und Füchsin durchstreifen dasselbe Revier, wenn auch selten gemeinsam. Wenn sie ungestört sind, jagen Füchse gerne tagsüber. Je näher sie in menschlicher Umgebung wohnen, desto aktiver werden sie bei Nacht.

Ihren Bau graben sie meist nicht selbst. Verlassene Dachshöhlen bieten einen geeigneten Unterschlupf. Oder die Füchse bauen einen bereits existierenden Kaninchenbau aus. Dabei kommt es hin und wieder auch zu recht ungewöhnlichen Wohngemeinschaften. Neben dem "Hausherren" Dachs findet nicht selten eine Fuchsfamilie Unterschlupf.

Noch ungewöhnlicher allerdings ist es, wenn sich Füchse mit Kaninchen oder Brandenten den gleichen Bau teilen. Dabei gibt es keine Übergriffe von Seiten der Füchse. Burgfrieden nennen Verhaltensbiologen dieses Phänomen.

Sinnesleistungen

Die Sinnesleistungen der Füchse stellen die des Menschen bei Weitem in den Schatten. Ihre Augen können sehr geringe Mengen Restlicht ausnutzen. Sie eignen sich daher hervorragend zur Nachtsicht und Bewegungswahrnehmung. Ihr Geruchssinn ist ähnlich ausgeprägt wie bei gut ausgebildeten Spürhunden. Töne können sie bis zu einer Höhe von 65 Kilohertz wahrnehmen. Zum Vergleich: Der menschliche Hörbereich endet bei etwa 16 Kilohertz.

Springen und klettern ist für Füchse kein Problem. Ein 1,80 Meter hoher Zaun stellt für einen ausgewachsenen Fuchs kein Hindernis dar. Zudem sind Füchse gute Schwimmer. An Land erreichen sie eine Geschwindigkeit bis zu 50 Kilometer pro Stunde, können diese aber nicht über längere Zeit halten.

Aufzucht der Jungen

Nach der Paarungszeit im Januar/Februar trägt die Füchsin ihre Welpen 52 bis 53 Tage aus. Zwischen März und April gebärt sie vier bis fünf Junge. Beide Elterntiere kümmern sich um den Nachwuchs. In manchen Fuchsfamilien helfen auch die älteren Geschwister mit. Die männlichen Welpen verlassen meist schon im Herbst das Elternpaar, um ein eigenes Revier zu finden und eine Familie zu gründen. Die weiblichen Tiere dagegen bleiben meist länger und unterstützen ihre Eltern bei der Aufzucht der nächsten Generation.

Die Größe der Fuchsfamilien variiert je nach Lebensraum und Umweltbedingungen. Ist das Nahrungsangebot an Mäusen, Regenwürmern oder Beeren durch einen harten Winter geringer und reicht für eine Großfamilie nicht mehr aus, verringert sich die Wurfgröße. Reicht das immer noch nicht aus, vertriben die Eltern ihre älteren Welpen früher als gewöhnlich. Füchse können bis zu 15 Jahre alt werden. Nur wenige erreichen jedoch dieses Alter. Viele werden schon im ersten Lebensjahr Opfer des Straßenverkehrs oder anderer Raubtiere.

Füchse und Menschen

Rotfüchse sind Kulturfolger. Sie können sich dem Menschen sehr gut anpassen und haben seine Nähe schätzen gelernt. Selbst in großen Städten wie Berlin, London oder Zürich sind Füchse heimisch geworden. Füchse sind Allesfresser und beim Futter nicht wählerisch. Volle Mülltonnen sind ein Festschmaus für sie.

In der Regel bekommen Menschen die scheuen Tiere nur selten zu Geischt, auch wenn sie in unmittelbarer Nähe leben. Dennoch haben Füchse ein schlechtes Image. Sie gelten als Überträger von Krankheiten wie der Tollwut oder dem Fuchsbandwurm. Bei Kleintierhaltern sind sie äußerst gefürchtet. Wenn ein Fuchs in einen Hühnerstall eindringt, bringt er meist alle Tiere um. Damit macht sich der Rotfuchs nicht gerade beliebt.

Das schlechte Image spiegelt sich auch in Fabeln und Kindergeschichten wider. Dort kommt er meist dank seiner Intelligenz mit List zum Erfolg. Dieses Verhalten wird ihm aber als Bösartigkeit und Falschheit ausgelegt. Die Geschichten enden meist mit dem Tod von Meister Reineke.

 

Steinmarder - Martes foina

 

Erscheinungsbild

SteinmarderPhoto by Mike aus dem Bayerwald, CC BY-SA 3.0
Steinmarder
  • Körperlänge Männchen (Rüde): 64 bis 76 cm
  • Gewicht Rüde: bis 1,9 kg
  • Das Weibchen (Fähe) ist etwas kleiner und leichter als der Rüde.
  • Insgesamt ist der Steinmarder kleiner und kompakter als der Baummarder.
  • Das Fell ist grau-braun mit deutlich sichtbarer weißer Unterwolle
  • Der Kehlfleck ist leuchtend weiß bis leicht gelblich und nach unten gegabelt. Er kann bis auf die Vorderbeine reichen.
  • Weitere Namen für den Steinmarder sind Haus-, Dachmarder, Pelzmärtel, Weißkelchen

Lebensraum

  • Offene felsige Heckenlandschaften, auch mit Steinbrüchen oder einzeln stehenden Gebäuden wie z. B. Feldscheunen
  • Kulturfolger, lebt auch in der Nähe von menschlichen Siedlungen: Parkanlagen, Kleingartenanlagen, in Häusern

Verbreitung und Stellung im zoologischen System

  • Kommt fast in ganz Europa vor
  • Nicht auf den Mittelmeerinseln, auf England, Island und Skandinavien
  • Der Steinmarder gehört zur Familie der Marder (Mustelidae), Ordnung der Raubtiere (Carnivora); zu den Mardern gehören auch Fischotter, Dachs, Iltis, Wiesel und Vielfraß.

Nahrung

  • Aas, Hasen, Kaninchen, Obst und Beeren; in der Nähe des Menschen ist der Anteil von Hühnern, Tauben, Eiern größer
  • Hauptbeutetiere: Ratten und Mäuse
  • frisst auch an Abfällen (Komposthaufen, Müllkippen, Mülltonnen)

Sinnesleistung und Lautäußerung

  • Sehr scharf entwickelte Sinne
  • Fieplaut zum Locken in der Paarungszeit (Ranz)
  • Die Paarung verläuft meist sehr lautstark: Die Fähe schreit häufig weit hörbar, der Rüde ‘muckert’ erregt.
  • Keckert und faucht bei Aufregung
  • Ist lauter als der Baummarder

Fortpflanzung

  • Paarungszeit (Ranz) Juli/August
  • Während der Ranz jagt sich das Paar laut kreischend und fauchend. Der Rüde beteiligt sich nicht an der Jungenaufzucht.
  • Tragzeit: ca. 9 Monate; die Tragzeit wird durch eine verzögerte Keimentwicklung solange hinausgeschoben, dass der Nachwuchs erst im März/April geboren wird.
  • Die drei bis vier blinden Jungen kommen in einem ausgepolsterten Versteck zur Welt, das z. B. in Scheunen, Stallungen oder auf Dachböden sein kann.
  • Typische Nesthocker: in den ersten Wochen blind und taub und können sich nur auf dem Bauch kriechend fortbewegen
  • Fühlt sich die Mutter in dem Versteck nicht mehr sicher, trägt sie ihre Jungen am Nacken in einen anderen Unterschlupf.
  • Die Jungtiere öffnen in der fünften Woche Augen und Ohren und werden sechs bis acht Wochen gesäugt.
  • Mit ca. acht Wochen verlassen die Jungen das erste Mal das Versteck. Mutter und Jungtiere bleiben bis in den Winter hinein zusammen.
  • Mit zwei Jahren fortpflanzungsfähig

Lebensweise und Lebenserwartung

  • Einzelgänger mit festem Revier
  • Der Steinmarder hält auf Streifzügen immer seinen bestimmten Weg ein. dämmerungs- und nachtaktiv
  • Kulturfolger: lebt gerne in der Nähe menschlicher Siedlungen Verstecke in einzeln stehende Gebäude wie Scheune, Ställe, Gartenhäuser, alte Gemäuer, Steinhaufen und größere Holzstöße
  • in einem Revier mehrere Verstecke
  • Automarder: Der Steinmarder nagt gerne an Gummiteilen von Autos.

Bekämpfung

Siehe Marderabwehr!

 

Waschbär - Procyon lotor

 
Waschbär

Verbirgt sich hinter der Zorromaske tatsächlich nur ein harmloser neuer Waldbewohner oder steckt dahinter das Wesen eines Obst raubenden Störenfrieds? Der in den 1930er Jahren ausgesetzte Kleinbär sorgt als neue und sich in Deutschland ausbreitende Tierart für Diskussion in Naturschutz und Jägerkreisen. Aktuelle Erkenntnisse aus Forschungsprojekten lassen nun zu, die Rolle des Waschbären in unseren heimischen Ökosystemen besser zu bewerten.

Kennzeichen

  • Kleinbär mit auffälliger schwarz-weißer Gesichtsmaske
  • Langhaariges, farblich stark variierendes Fell; Allgemeinbild tendenziell graues Haar mit schwarzem Deckhaar, aber auch fast schwarze Tiere kommen vor. Schwarz-weiß geringelter Schwanz.
  • Etwa katzengroß mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 40-70 cm und einer Schwanzlänge von 20-30 cm.
  • Gewicht um die 5 bis 9 kg.
  • Typische Gangart der Sohlengänger und mit rundem Rücken
  • Pfotenabdruck: die Vorderpfote ähnelt einer Hand, der Abdruck der Hinterpfoten hat Ähnlichkeit mit dem Fußabdruck eines Kleinkindes.

Verbreitung und Stellung im zoologischen System

  • Ursprünglich südliches Kanada, Vereinigte Staaten bis nach Mittelamerika.
  • Als Neozoon (Neubürger) in Mitteleuropa, sowie Teilen der ehemaligen Sowjetunion eingeführt.
  • In Deutschland besitzt er zwei Verbreitungsschwerpunkte. Das größere und ältere Verbreitungsgebiet befindet sich in Südwestdeutschland rund um Kassel, das zweite und kleinere nordöstlich von Berlin, beide Teilpopulationen sind aber mittlerweile in Kontakt
  • Die erste offizielle Ansiedlung des Waschbären in Deutschland fand 1934 in Hessen zu jagdlichen Zwecken statt. Der zweite Kernpunkt der Verbreitung geht auf die Fluchttiere einer Pelztierfarm im Jahre 1945 nördlich von Berlin zurück.
  • Der Waschbär gehört zur Klasse der Säugetiere (Mammalia), zur Ordnung der Raubtiere (Carnivora) und zur Familie der Kleinbären (Procyonidae).

Lebensraum

  • Strukturreiche Laubmischwälder, gerne mit Gewässern in der Nähe.
  • Ruhe-, Tagesschlaf- und Aufzuchtsplätze für die Jungen sind hauptsächlich auf Bäumen in Astgabeln oder Höhlungen, aber auch Bodenschlafplätze in verlassenen Dachs- und Fuchsbaue; in urbanen Räumen werden auch Schuppen, Speicher und Dachböden genutzt.
  • Als Kulturfolger lebt er auch in Vorstädten, Parks und Gärten. Siedlungsräume bieten zum einen ein reichhaltiges und leicht zu beschaffendes Nahrungsangebot und zum anderen optimale Deckungs- und Fortpflanzungsbedingungen im Schutze der menschlichen Infrastruktur

Nahrung

  • Allesfresser (also sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung), wobei er mehr Sammler als Jäger ist.
  • Nach jahreszeitlichem Angebot hauptsächlich Schnecken, Würmer, Fische, Frösche, Vögel, Eier aber auch zu ca. 1/3 vegetarische Nahrung wie Nüsse, Obst usw.
  • Die Nahrung wird mit den Vorderpfoten intensiv betastet. Wenn er in Gewässern nach Futter sucht, sieht es so aus, als würde er sein Essen waschen, daher auch der Name Waschbär.

Sinnesleistung und Lautäußerung

  • Generell Einzelgänger, jedoch können sogenannte Rüdenkoalitionen gebildet werden; die Fähen sind oft in Nachbarrevieren des Muttertiers angesiedelt
  • Der Waschbär ist farbenblind, ansonsten ist das Sehvermögen ebenso wie das Hör- und besonders das Riechvermögen gut.
  • Außerordentlich beweglich und empfindsam sind die Vorderfüße, deren “Daumen” teilweise sogar zum Umgreifen von Gegenständen eingesetzt wird. Der Waschbär „sieht“ mit den Pfoten
  • Guter Kletterer und Schwimmer.
  • Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber auf Bäumen oder in dichter Vegetation ruhend
  • In mitteleuropäischen Breiten im Winter besonders bei Schneelage relativ wenig aktiv (zehrt dann von Fettdepots)

Fortpflanzung und Lebensweise

  • die Ranz beginnt im Januar/ Februar
  • nach einer Tragzeit von 63 Tagen werden ab April/Mai durchschnittlich 3 Jungtiere geboren, spätere Würfe sind nicht selten 
  • die Jungtiere bleiben die ersten Wochen in der Setzhöhle, die Fähe geht allein auf Nahrungssuche, später hält sich die Fähe mit ihrem Nachwuchs in ihrem Streifgebiet auf
  • weiblicher Nachwuchs verbleibt eher in der Nähe des Geburtsortes, junge Rüden wandern zunächst ab, bilden dabei oft Männchengemeinschaften und kommen manchmal auch wieder zu ihren Geburtsorten zurück
  • Kaum Feinde in Mitteleuropa. Erwachsenen Tieren kann nur der Luchs, den Jungen auch Adler, Uhu und Fuchs gefährlich werden.
  • Als häufigste Todesursache gilt allerdings der Verkehr.
  • Erkrankungen: Tollwut und Staupe, aber nicht populationsgefährdend.

Konfliktthemen

  • Als Neubürger können gebietsspezifisch Gefahren vom Waschbär für die heimische Fauna ausgehen. Als Nesträuber, besonders von Bodenbrütern, kann er zu gefährlichen Bestandseinbußen beitragen.
  • Der Waschbär im urbanen Raum: der Waschbär als Überträger von Krankheiten, als störend empfundener Dachbewohner.
 

Wildkaninchen - Oryctolagus cuniculus

 
Wildkaninchen

Das Europäische Wildkaninchen, seit der letzten Eiszeit nur noch auf der iberischen Halbinsel und in Nordafrika vorkommend, wurde schon von den Römern als Haustier gehalten. Von ihm stammen alle Hauskaninchen ab. Schon im 13. Jahrhundert wurde es zunächst auf der Insel Amrum ausgesetzt, seine sprichwörtliche Vermehrungsfähigkeit verhalf der Art sich schnell über ganz Mitteleuropa auszubreiten. Erst die Myxomatose, durch den Menschen künstlich in die Besätze eingebracht, ließen die hohen Populationsdichten sehr schnell einbrechen.

Kennzeichen

  • wesentlich kleiner als Feldhase, mit kürzeren Ohren ohne schwarze Spitzen, Auge dunkel
  • Haar oberseits graubraun, der Nacken rostbraun, die Bauchseite und Unterseite des kurzen Schwanzes (=Blume) ist weiß gefärbt
  • beide Geschlechter sind gleich groß, die Körperlänge beträgt 40-50cm, das Gewicht liegt bei 1,5 bis 2 kg
  • Kaninchen haben deutlich kürzere Hinterbeine als Feldhasen, da sie zur Feindvermeidung nur kurze Sprints in ihre nahegelegenen Baue bewältigen müssen

Verbreitung und Stellung im zoologischen System

  • ursprünglich nur in Iberien und Nordafrika vorkommend, schon von den Römern nach Südeuropa verbracht, später vielerorts eingebürgert
  • heute in ganz Europa vorkommend, mit Ausnahme Nord-Skandinaviens und Islands
  • die hohe Vermehrungsrate von Kaninchen und fehlende Feinde brachten in darauf nicht angepassten Ökosystemen (z.B. Australien, Neuseeland und Amerika) z.T. weitgreifende Störungen
  • Klasse Mammalia (Säugetiere) Ordnung der Hasenartigen (Lagomorpha) Familie der Hasen (Leporidae), dort die einzige Art der Gattung Oryctolagus

Lebensraum

  • offene Landschaften mit niedrigerer Vegetation und Gebüschinseln, lockerem Boden zum Graben der Baue
  • im Ursprungsgebiet an Grenzen von Landschaftstypen, wie feuchtem Grasland oder sandigen Vegetationszonen
  • meidet große Waldgebiete
  • in heute intensiv genutzten mitteleuropäischen Landschaften wenig größere geeignete Habitate mehr vorhanden

Nahrung

  • hauptsächlich Gräser, auch andere Pflanzen, Nahrungsgeneralist
  • nicht wählerisch (im Gegensatz zum Feldhasen), da die kleinen Aktionsradien (Bau als Zentrum und Sicherheit!) und hohen Dichten keine Spezialisierung erlauben
  • die jahreszeitlich verfügbare Nahrungsmenge kann Kaninchenpopulationen regulieren
  • Kaninchen können den Wasser- und Salzgehalt von Pflanzen unterscheiden

Sinnesleistung und Lautäußerung

  • bei Auseinandersetzungen oder wenn sie von Beutegreifern attackiert werden, stoßen sie langgezogene, Schrille Schreie aus
  • Trommeln mit den Hinterbeinen auf den Boden als Warnsignal
  • besitzen eine Vielzahl von Drüsen, die den Gruppenmitgliedern und fremden Kaninchenfamilien Informationen zu individuellem Status und Revier vermitteln
  • der Geruchssinn ist daher sehr gut ausgebildet, Sehsinn reagiert hauptsächlich auf Bewegung. Zum Hören und Sehen in die Ferne stellen sich Kaninchen oft auf die Hinterbeine. Schnurrhaare dienen zur Orientierung im Bau und in den Röhren
  • es werden Familienbaue angelegt, innerhalb der Familie herrschen Hierarchien vor, die z.T. durch aggressive Kämpfe aufgebaut werden
  • die Gruppe/Familie verteidigt ein Territorium

Fortpflanzung und Lebensweise

  • Paarungszeit (Rammelzeit) beginnt im Februar/ März
  • nach 28-30 Tagen Tragzeit setzt die Häsin in einer dafür gegrabenen Setzröhre 5-10 Jungtiere, die nackt und blind sind (Nesthocker)
  • eine Häsin kann 2 bis 4 Würfe pro Jahr setzen
  • ab dem 20. Tag werden die Jungen auch außerhalb des Baues gesäugt, das Absetzen erfolgt kurz vor dem nächsten Wurf
  • die Jungtiersterblichkeit ist sehr hoch (bis 90%)
  • Geschlechtsreif sind Kaninchen mit 6-8 Monaten
  • durchschnittliche Lebenserwartung nicht über 2 Jahre